11.02.2009

In Klingenthal hat das modernste Zeitalter des Skispringens begonnen: Die erste internationale Großschanze ist mit dem neuen Einspur-System ALOSLIDE ICE für Sommer- und Winterbetrieb mit integriertem Bewässerungs- und Kühlsystem ausgestattet und hat ihre Bewährungsproben unter allen möglichen Betriebsbedingungen (Winter- und Sommerbetrieb) beim Training und im Wettbewerb mit Bravour bestanden.
Weltklassespringer beispielsweise aus Österreich, Tschechien, Russland und natürlich aus Deutschland haben das neue System getestet und sind voll des Lobes für die Eigenschaften auf Hochleistungskeramik und Kunsteis. So ist der tschechische Nationaltrainer Richard Schaller ebenso wie das in Klingenthal beheimatete Trainer-Urgestein Joachim Winterlich begeistert von der speziellen Struktur der Eisoberfläche, auf der die Athleten quasi ständig unter gleichen Bedingungen springen können: „Das sind Voraussetzungen allererster Klasse, unter denen unsere Sportler ihr Können bestens entfalten können.“
Kernstück der neuen Anlage ist ein kombiniertes Kühl- und Heizsystem, mit dem problemlos und schnell zwischen Sommer- und Winterbetrieb umgestellt werden kann. Innerhalb kurzer Zeit baut sich eine stabile, 20 Millimeter dicke Kunsteisschicht auf. Eine auf dieses System abgestimmte, an der Spur geführte und damit in der Höhe exakt einstellbare Profi-Fräse hält die Kunsteisschicht dauerhaft plan. Bei starkem Schneefall wird mit zusätzlichen Aufsätzen wie Räumschilde und Bürsten der gesamte Spurbereich entsprechend der FIS-Vorschriften geräumt.
Auch Matthias Buse konnte es erst gar nicht glauben. Der Schanzenwart an der Anlage am Schwarzberg in Klingenthal hatte immer wieder gegen die Widrigkeiten des Wetters zu kämpfen und musste seine Schanze mit zahlreichen Helfern entsprechend präparieren. „Heute“, so Buse, „mache ich das ganz alleine, und ich habe in maximal drei Tagen die Schanze spitzenmäßig springfertig präpariert.“
Nicht nur wegen des wetterunabhängigen Ganzjahres-Systems wird die Schanze in Klingenthal auch verstärkt als Trainingsanlage genutzt werden. Mit dem vom IAT – Institut für Angewandte Trainingswissenschaften – der Uni Leipzig entwickelten und jetzt in Klingenthal installierten System für dynamometrische Messungen können Profis gleichermaßen wie der Nachwuchs Bewegungsanalysen zur genauen Untersuchung und Optimierung der Körperhaltung kurz vor dem Absprung erstellen.
Beim FIS Team-Tour Weltcupspringen am 10. und 11. Februar 2009 springen die Ammanns und Schlierenzauers und Schmitts und Loitzls und Morgensterns von der neuen Spur zu vielleicht neuen Rekordweiten und müssen sich keine Gedanken mehr machen, ob in Zukunft Schnee fällt oder nicht; zumindest nicht in Klingenthal.
ALOSLIDE ist mehrfach ausgezeichnet, unter anderen mit Materialica Design Award 2006, mit dem iF material award 2007 und ist nominiert für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2008. Mit der Technologie-Wanderausstellung „expedition materia“ des Bundesforschungsministeriums zeigt sich ALOSLIDE in zahlreichen deutschen Städten dem interessierten Besucher (www.expeditionmateria.de).
Foto 1: Kühlsystem einschalten
Foto 2: Automatischer Eisaufbau
11.02.2009
TYPO3 Agentur www.expeer.de