1982 ist das Geburtsjahr der CeramTec-ETEC. Zunächst als GEFO Gesellschaft für Energieopti-mierung mbH in Siegburg gegründet, kam man erst einige Jahre später zur Keramik: Walter Mundorf (†), Inhaber der Mundorf-Gruppe (u.a. Tankstellennetz, Kiesgrube, Betonproduktion), brachte die Fertigung von Trägerelementen für elektrische Bauteile aus der Rheinisch-Westfälischen Isolatorenwerke (RWI) in eine strategisch neu ausgerichtete ETEC ein.
Gleichzeitig hatte Walter Mundorf die Idee, die hoch verschleißfeste Keramik als Schutz in seinen Beton-Mischanlagen einzusetzen. Damit begann die Erfolgsgeschichte der CeramTec-ETEC mit der Hochleistungskeramik.
Das beim Verschleißschutz kontinuierlich aufgebaute Know-how war Anfang der 90er Jahre Grundlage für die Entwicklungen von Aluminiumoxid-Keramik für den ballistischen Schutz. Nur zwei Jahre später begann die Serienproduktion der Hochleistungskeramik für diesen Einsatzbereich.
1995 wagte ETEC den Sprung nach Amerika und gründete die ETEC Technical Ceramics Corp. in Ft. Garland. 1999 erfolgte die Übernahme der Durawear Corp. in Birmingham/Alabama. 1996 schloss ETEC ein Joint Venture mit der Multotec Wear Linings Ltd, Johannesburg (RSA), woraus sich eine erfolgreiche strategische Partnerschaft entwickelt hat.
2002 erfolgte der Umzug von Siegburg nach Lohmar in das neue Produktions- und Verwaltungs-gebäude. 2004 übernahm das ETEC-Management im Rahmen eines MBO die Mundorf-Anteile. Der nachhaltige Erfolg von ETEC machte bereits 2006 den Bau einer weiteren Halle für Montage- und Versand-Aktivitäten notwendig. Darüber hinaus war es seit 2002 immer wieder notwendig, in zusätzliche Maschinen und Ausrüstungen zu investieren. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich von 2002 bis 2008 (160) nahezu verdreifacht. Seit dem 1. November 2008 gehört ETEC zur
CeramTec GmbH, einem international führenden Konzern im Bereich der Hochleistungskeramik, und wurde in CeramTec-ETEC GmbH umbenannt.
Die Erfolgsgeschichte setzt sich mit zahlreichen Neuentwicklungen fort: immer wieder neue Anwendungen wie Verbundsysteme aus Keramik und Kunststoff oder Keramik mit Metall sind gute Beweise dafür. Herausragendes Beispiel für die Innovationsfähigkeit des Unternehmens sind die Anlaufspur-Systeme mit Keramiknoppen auf den bedeutensten Skisprung-Schanzen in Europa.
Gute Leistungen werden nicht nur mit geschäftlichem Erfolg belohnt: So wurde CeramTec-ETEC 2000 in die Liste der TOP 100 Unternehmen in Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Zahlreiche Preise wie der Materialica Design+ Technology Award (2006 und 2x 2008), der iF material award (2007, 2008 und 2009) oder der Innovationspreis der Volksbank Bonn Rhein-Sieg zeugen auch von der Kreativität des Unternehmens, das zur Teilnahme an der Wanderausstellung "expedition materia" ("Die Welt der innovativen Materialien") vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgewählt wurde. Zuletzt wurde CeramTec-ETEC vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2010 (zum dritten Mal nach 2008 und 2009) nominiert.
CeramTec-ETEC gilt heute als führendes Unternehmen für Verschleiß- und Korrosionsschutzlösungen für unterschiedlichste Industriebereiche sowie bei keramischen Komponenten im ballistischen Schutz.

Das Wort Keramik stammt aus dem Altgriechischen. Keramos war die Bezeichnung für Ton und die aus ihm durch Brennen hergestellten formbeständigen Erzeug-nisse. Die Herstellung von Keramik gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Die älteste Nutzung ist bei halbsesshaften Jägerkulturen im Gebiet des oberen Nil erfolgt und liegt 24.000 Jahre zurück. Ihre enorme Verbreitung verdankt sie ursprünglich den erweiterten Möglichkeiten zur Vorratshaltung von Nahrung.
Das Ausgangsmaterial Ton bot auch schon sehr früh Anreize zu künstlerischer Arbeiten. Ob in Altägypten, Mesopotamien oder China, Figuren oder Behälter zeugen von einer besonderen Kreativität der jeweiligen Völker. Eine besonders hohe Kunst der Verarbeitung kommt aus China. Das Porzellan aus dem Reich der Mitte ist bis heute wertvoll, begehrt und auch teuer.

Keramiken werden häufig nach regionalen Vorkommen (Kannebäckerländchen), nach verwendeten Rohstoffen (Oxidkeramik und Nicht-Oxid-Keramik) oder auch nach dem Verwendungszweck (Funktionskeramik, Gebrauchskera-mik, Sanitärkeramik, Strukturkeramik) unterschieden.
Es sind weitgehend anorganische, feinkörnige Rohstoffe, die mittels Wasser bei Raumtemperatur geformt, getrock-net und bei einem Brennprozess oberhalb 900°C zu harten, dauerhaften Gegenständen gesintert werden. Werden an das Endprodukt besonders hohe physikalische Anforderun-gen gestellt, wird der Rohstoff speziell aufbereitet und mit noch höherer Temperatur gesintert.
Hochleistungskeramik ist definiert in DIN V ENV 12212 als hoch entwickelter, hoch leistungsfähiger Werkstoff, der überwiegend nichtmetallisch und anorganisch ist und über bestimmte Eigenschaften verfügt. Der Beginn der revolutionären Entwicklungen bei der Keramik ist nicht genau zu definieren.
Spätestens seit den ersten Anwendungen von Porzellan in Isolatoren vor rund 150 Jahren spricht man von technischer Keramik. Vor allem aufgrund der Materialeigenschaften Härte, Abriebfestig-keit, geringe thermische Ausdehnung oder Korrosionsbeständigkeit wird sie für immer mehr Einsatzbereiche verwendet.
Keramik hat im Raum Siegburg Tradition. Bereits im Mittelalter war hier eine Hochburg für keramische Erzeugnisse. Die Siegburger «Schnelle», ein krugähnliches Trinkgefäß, ist heute noch ein bekanntes Zeugnis für damalige Produkte. Vor rund einem Vierteljahrhundert begann hier auch das Zeitalter der Hochleistungskeramik mit der ETEC. Die ersten Produkte waren Keramik-röhrchen für die Lüfterverdrahtung u.a. im VW Käfer. Der erste Einsatz im Verschleißschutz erfolgte mit der Auskleidung von Beton- Mischern.
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